7.1 DAO    DE
Weilen heisst ohne Mühe in voller Präsenz tun, was zu tun ist, sein, was zu sein ist, zusammenfinden, was sich zusammenfinden sucht. Eine alte daoistische Praxis, die in der ressourciven Flow- Pädagogik wieder entdeckt wird, und dies ins sehr pragmatischer Art. Zhuangzi sagt: «Die wahren Menschen des Altertums  [ursprüngliche Menschen, die Hin-Über-Menschen] hatten während des Schlafens keine Träume und beim Erwachen keine Angst, Ihre Speise war einfach, ihr Atem tief. Die wahren Menschen [die aus der authentischen, “wahren”, Ursprünglichkeit leben] holen ihren Atem von ganz unten herauf, während die gewöhnlichen Menschen nur mit der Kehle atmen. Krampfhaft und mühsam stoßen sie ihre Worte heraus, als erbrächen sie sich. Je tiefer die Leidenschaften eines Menschen sind, desto seichter sind die Regungen des Göttlichen in ihm.» (Zhuangzi, Südliches Blütenland, S. 84.) Die Ressourcive Sicht in der Flow-Pädagogik: Wo es Anstrengung und Mühe braucht, ist die Leichtigkeit der Lebendigkeit dahin. Dies zeigt sich als Druck: Erziehende, Lehrpersonen, Eltern stehen unter Druck. Dieser Druck gibt sich weiter. Wenn sie ethische Prinzipien anwenden, so üben deren moralischen Grundsätze Druck aus: “Du sollst...”. Das gehört zur menschlichen Kultur, hat aber nicht (mehr) die Leichtigkeit der ursprünglichen Vitalität.  Je mehr einer sagt: “Ich will”  oder “so bin ich” desto oberflächlicher  (”seichter”) riskieren die wahren Anliegen gepflegt zu werden. Die Kraft der  Weile kommt aus der Wucht der Stille, dessen Wohnort das Herz ist.
Yan Hui fragt den Meister Konfuzius was er tun solle, um den Menschen  wirklich zu begegnen. Zhuangzi sagt dazu: “»Fasten musst du!«, sagte Konfuzius. »Weißt du, was ich damit meine? Es ist nicht leicht. Aber vom erhabenen Himmel kommt nichts, was leicht fiele.»Oh«, sagte Yan Hui, »ich bin es gewohnt zu fasten! In meinem Elternhaus waren wir arm. Monatelang mussten wir  ohne Wein oder Fleisch auskommen. Das ist doch Fasten, oder?« »Nun, du kannst es meinetwegen eine ‘Fasten- übung’ nennen«, sagte Konfuzius, »aber es ist nicht das Fasten des Herzens.« »Sagt mir«, sprach Yan Hui, »was ist das Fasten des Herzens?« Konfuzius antwortete: »Das Ziel des Fastens ist innere Einheit. Das bedeutet hören, aber nicht mit dem Ohr; hören, aber nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Geist und mit deinem ganzen Wesen. Das Hören, das nur in den Ohren erfolgt, ist eines. Das Hören Kraft des Verstandes ist ein anderes. Aber das Hören kraft des Geistes ist nicht auf irgendeine einzelne Fähigkeit, auf das Gehör oder auf den Verstand beschränkt. Daher erfordert es die Leerheit aller einzelnen Fähigkeiten. Und wenn dann die Fähigkeiten leer sind, lauscht, vernimmt unser ganzes Wesen. Es gibt dann ein unmittelbares Erfassen dessen, was direkt vor einem da ist, was nie mit dem Ohr gehört oder mit dem Verstand begriffen werden kann. Fasten des Herzens leert die Sinne, befreit dich von Beschränkungen und Sorgen. Fasten des Herzens erzeugt Einheit und Freiheit.«” (Zhuangzi, IV,1, in Merton, der Mann des Tao, S. 41f) Dieses schlichte Dasein des Wu-Wei aus der Ursprünglichkeit heisst, ohne Absicht oder Druck, ohne Überheblichkeit oder Selbstbezogenheit den Flow wirken lassen. Kinder reagieren sofort und sagen: “Das ist mein Lieblingslehrer, meine Lieblingslehrerin”. Flow-Pädagogik stellt Wissen und Methoden zur Verfügung, damit solches Weilen aus dem Herzen praktisch konkret erfolgen kann. Fasten heisst, authentisches Leben nicht durch machbare äussere oder innere Dinge erlangen wollen.
Weilen - die konkrete Praxis der authentischen Selbstverständlichkeit Die Flow-Deutung
Vitale  Ebene         Flow P e r s o n a l e E b e n e Sach-Ebene machen, Druck, Hetze Betroffenheit,  Leidenschaft, “ich selbst” Den (inneren) Schwung  wecken, der  Leichtigkeit gibt. Das DE. fasten   wollen
Das DE in seiner numinosen Bedeutung nennen wir “Rhea”. “rhein” = griechisch = fliessen. Rhea ist das Zugleich in der griechischen Mythologie. Sie ist als grosse Göttin sowohl Demeter (die grosse Mutter) wie Io (die grosse Geliebte) und Nemesis (Rache, das grosse Echo, Ambivalenz).