Das Dao De Jing von Laozi  (6. Jh. v. Chr.) ist die Gründungsschrift des Daoismus. Dao ist der Ursprung aller Dinge, von seienden wie von lebendigen, von sichtbaren wie von unsichtbaren. De ist das schwungvolle Moment, der Elan, die belebende Energie, die in aller Struktur und allem Tun, in Sein und Wandel steckt. «Höchste innere Kraft, absichtslos, ... schafft höchste  Menschlichkeit» (Dao De Jing 38,1+7). Der Daoismus hat viele Anwendungsgebiete gefunden: in der persönlichen Lebensführung (Gelassenheit, Feng- Shui) in der spirituellen Entfaltung (Dao-Symbol: das Andere im Einen) in der Medizin (Chi-Bahnen, Tai Chi) in der Führung von Staaten und Armeen (Sun Zu) in der Transformation des Bewusstseins (z.B. Chi Gong) Dao nennt die Ressourcive Philosophie “Ursprünglichkeit”, “erster
Anfang”, “elementare Basis von allem, was Energie, Sein und Struktur hat”; “Ressourcivität”. Unter diesen Begriffen sind sie für Kommunikation und Erziehung sehr präzise nutzbar. Beispielsweise “wie man aus schwarzen Tatsachen positive, lebendige Ressourcen macht”, ein Zau- bermittel. DE heisst “Schwung”, “Lust auf...”, “Momentum”, “Elan”, “Energie”, “Lebendigkeit”. Mit dem Begriff “Energie” lässt sich sehr präzise  und bis ins Detail genau arbeiten. Ist eine Antwort hart oder sanft? Ist die Be- handlung fordernd oder einladend? Ist sie distanzierend, neutral oder annähernd? All dies sind Formen von vitaler Energie und die Antwort auf die obigen Fragen  sind sehr präzise. Die vitale Energie macht, dass Tatsachen wirklich sind, dass Detail konkret sind und mit andern Details überhaupt einen Zusammenhang bilden können.  Durch diese Eigenschaft, Wirklichkeit und konkretes Verbunden- sein zu schaffen, ist jedes Energieangebot auf der Basis von Vitalität - sei es als Aggression, Langeweile oder Zuvorkommenheit - stets schon Teil der Realität. - Vitale Energie und grundlegenden Ressourcivität sind keine abstrakten Prinzipien, sondern reale Teile der Realität. Ihnen haf- tet nicht die Schwierigkeit an, einen “Transfer” vom allgemeinen Grund- satz zur konkreten Anwendung zu machen. Das ist für jede Pädagogik von grossem Interesse. Ein zweiter Faktor ist für die Pädagogik interessant. Die Auf- forderung “Du solltest...,” oder “du musst...” wird nicht mehr benötigt. Das bedeutet, dass eines der am schwersten wiegenden Themen jeder Erziehung - nämlich die Verwendung von emotionalem Druck - eine neue Lösung findet (s. Kasten). Die Flow-Kommunikation artikuliert die alte Weisheit des Dao und seines De mit den heutigen Erkenntnissen zu vitalen Energie-Phänome- nen und zur Modulation des Bewusstseins. Deshalb ist Flow-Kommuni- kation nicht nur für Pädagogik interessant, sondern auch dafür, die Weis- heit des Dao im konkreten Alltag ganz konkret, “handfest”, zu gestalten.  «Ohne Worte zu lehren ... wenden nur wenig an» (Dao De Jing, 43, 4+7). Flow-Pädagogik zeigt auf, was für Energie-Kompetenzen es braucht, damit diese elementare Gelassenheit sich einstellt. Die Schwierigkeit besteht somit auf dem Weg des Flow nicht darin, konkrete Praxisnähe zu erhalten. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, dass Menschen das intensive Training auf sich nehmen, und dass ihr engagiertes Interesse, über sich hinaus zu wachsen, genügend gross ist, um die nötige Bescheidenheit und Ausdauer aufzubringen.
“In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben”.    Hermann Hesse, Stufen
   Hochwirksame Sanftheit: «Handeln, ohne zu zwingen, führen, doch nicht befehlen, das nennt man tiefe innere Kraft.» (Dao De Jing, 10,15-17)
«Kein Unglück ist grösser, als Begehren zu kennen.» (Dao De Jing, 46,3) Pädagogisch-erzieherisch gesagt: “Nichts hemmt mehr, als Druck und Erwartungen genügen müssen”.
  Dao-Prinzipien analog zu Flow in Kommunikation und Erziehung
DAO = aller Ursprung       Existentiale Ressource = Ursprung von Wirklichkeit DE = Fluss der Vitalität     Flow = Fliessende Vitalität